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Limit Hold'em im Internet - Der Flop

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Eine Einführung, um die niedrigen Limits zu besiegen

3 - Der Flop

Einige Entscheidungen sind einfach, andere ein wenig schwieriger. Dennoch werden wir Ihnen hier einige Faustregeln für das Spiel auf dem Flop an die Hand geben.
Die so genannte Textur des Flops bestimmt zum großen Teil den weiteren Verlauf Ihres Spieles. Es ist wichtig, dass Sie darauf achten, ob ein Flush Draw oder ein Straight Draw möglich ist. Liegen beispielsweise zwei Karo auf dem Flop, so müssen Sie immer berücksichtigen, dass ein anderer Mitspieler auch zwei andere Karo-Karten in der Hand haben kann. Deshalb sollten Sie aufpassen, wenn eine dritte Karo-Karte fällt. Ist der Flop 9-8-3, so müssen Sie berücksichtigen, dass jemand mit einem Bauern und einer Zehn (J,T) auf der Hand nun einen Straight Draw hat, und Sie müssen aufpassen, wenn Dame (Q) oder eine 7 fällt.
Diese Überlegungen spielen eine Rolle für das aggressive Ausspielen Ihrer Karte. Sie sollten also schnell entscheiden, ob der Flop für Sie eine Bedrohung darstellt.
Im Folgenden finden Sie eine Auflistung von häufig vorkommenden Situationen beim Flop und eine Beschreibung, wie man am besten damit umgehen sollte.

1. Sie haben ein Top Pair (oder höher).
Zum Beispiel: Sie haben zwei Bauern (JJ) und auf dem Flop liegen 9-7-3.

Falls niemand etwas gesagt hat:

Bet.
Sie wollen die Mitspieler mit einer schwachen Hand bezahlen lassen, aber auch die Gegenspieler, die auf eine Straße oder einen Flush hoffen. Es ist auch wichtig, dass Sie Spieler mit Overcards folden lassen, so dass Sie weniger Sorge haben müssen, wenn hiernach eine Dame oder ein König (Q, K) fällt.

Falls jemand gesetzt hat:

Raise.

Sie haben bereits gesetzt und es wird ein Raise gemacht:

Falls Sie ein Top Pair/Top Kicker oder ein Overpair haben, machen Sie einen Re-Raise oder sonst callen Sie.

Falls Sie noch nichts gesetzt haben und es wird ein Bet oder ein Raise gemacht:
Gehen Sie nur mit, wenn Sie einen guten Kicker haben (10 oder höher). Beachten Sie die Textur des Flops. Liegen dort 3 Karten einer Farbe oder drei aufeinander folgende Karten, so sollten Sie folden, es sei denn, Sie können selbst noch eine gewinnbringende Straße oder einen Flush machen.

Beispiel:
Sie haben K9s und der Flop ist KJ3. Ein Mitspieler macht einen Raise, bevor Sie selbst an der Reihe sind. Dann sollten Sie folden. Ihr Kicker ist schwach, und derjenige, der erhöht, hat mindestens einen König (K) mit einem hohen Kicker; er kann aber auch genauso gut Two Pair oder Three of a Kind haben.
Mit König und Dame (KQ) könnten Sie mitgehen, da Sie genug Hände besiegen können, die ihr Gegenspieler haben könnte, wie z.B. KT und K9.

2. Sie haben ein Paar, aber auf dem Flop liegt eine Overcard.
Beispiel: Sie haben zwei Bauern auf dem Flop liegen Dame, 7 und 5.

Falls niemand etwas gesagt hat:

Falls Sie ein Paar mit einer 10 oder höher haben, oder wenn ihr Middle Pair einen Kicker 10 oder höher ist und keine Bedrohung im Sinne von Straight oder Flush besteht, können Sie ein Bet machen, vorausgesetzt es befinden sich drei weitere Mitspieler im Pot. Sie müssen herausfinden, ob Sie die beste Hand haben.

Falls Sie als Letzter an der Reihe sind, machen Sie ein Bet. Dadurch erreichen Sie meistens eine Free Card auf dem Turn, da die anderen Sie checken. Falls Ihre Hand sich dann nicht verbessert hat, können Sie nach der vierten Karte checken, so dass der River gratis offen gelegt wird. Hat sich jedoch Ihre Hand verbessert, können Sie jetzt noch einmal setzen.

Falls jemand gesetzt hat:

Haben Sie ein Middle Pair mit einer 10 oder höher und noch einige extra Outs (ein Backdoor Flush oder Backdoor Straight Draw), so können Sie jetzt erhöhen. Vielleicht vertreiben Sie dadurch sogar eine bessere Hand. Sie erhöhen aber auch, um herauszufinden, wo Sie stehen, und um es für die anderen Spieler mit einem Draw teurer zu machen.
Viele Spieler zögern an dieser Stelle, doch wenn man hier passiv bleibt, erhält man keine Informationen. Außerdem können andere billig mitgehen, die dann ihrerseits ihre Hände auf eine einfache Art verbessern können.
Sind Sie als Letzter an der Reihe, können Sie wieder erhöhen, um auf gleiche Art und Weise wie oben beschrieben eine Free Card zu erhalten. In einer Heads-up-Situation machen Sie ohnehin einen Raise. Die Gegenspieler auf den niedrigen Limits sind in der Regel ziemlich passiv. Deshalb können Sie mit einem relativ billigen Raise auf dem Flop die Kontrolle über die Hand übernehmen, bei der Sie festlegen, ob noch oder ob nicht mehr gesetzt wird.

Falls bereits ein Bet oder Raise gemacht wurde:

Wenn Sie noch nicht auf den Flop gesetzt haben, sollten Sie folden. Zwei Spieler haben bereits Ihre Stärke gezeigt, und Sie liegen zweifellos im Hintertreffen. Die Chance, Ihre Karte weiter verbessern zu können, ist zu gering, um zwei weitere Bets zu bezahlen.
Es hängt viel von der Overcard auf dem Flop ab. Spielen Sie gegen drei andere Spieler und es liegt ein As auf dem Flop, sollte man im Grunde davon ausgehen, dass mindestens ein Gegenspieler ein As auf der Hand hat. Das ist mit einiger Sicherheit der Fall, wenn sogar auf den Flop ein Raise stattfand. Bei einer Dame oder einem Bauern brauchen Sie weniger Befürchtungen zu haben, zumindest bis zu dem Zeitpunkt, an dem ganz plötzlich viele Aktionen stattfinden. Dann sollten aber alle Alarmglocken angehen.

3. Sie haben zwei Overcards auf dem Flop.
Beispiel: Sie haben As, König und auf dem Flop liegen 9-5-2.

Falls niemand gesetzt hat:

Sind Sie als Letzter an der Reihe, dann sollten Sie wieder erhöhen, um dann beim Turn eine Free Card zu erhalten. Ist der Flop sehr bedrohlich, wenn zum Beispiel drei Karten der gleichen Farbe (die Sie nicht haben) offen liegen, können Sie am besten checken. Bei mehr als drei Gegenspielern ist es ohnehin wenig sinnvoll, einen Einsatz zu machen, denn die Chance ist groß, dass Sie unterlegen sind.
 
Falls jemand gesetzt hat:

Gegenüber einem oder zwei Gegenspielern können Sie für die Free Card am besten erhöhen, auch, um damit herauszufinden, wie stark Ihre Mitspieler sind. Haben Sie einen guten Flush Draw oder Straight Draw neben Ihren Overcards, so können Sie auch bei mehreren Mitspielern erhöhen. Liegt ein Paar offen (wie zwei Bauern und eine 2 auf dem Flop) oder ist der Flop auf andere Art und Weise bedrohlich, dann sollten Sie am besten folden.
Meist können Sie mit Overcards für einen einzelnen Bet eine Karte sehen, da der Pot oft für den Flop groß genug geworden ist. Wenn fünf Mitspieler bei drei Bets für den Flop mitgehen, ist es ein Fehler, Ihr AK zu folden, sobald jemand setzt - auch dann, wenn Sie wissen, dass Sie geschlagen wurden.

Dies sind schwierige Situationen beim Flop. Die Erfahrung wird Sie lehren, die Textur des Flops und das Spiel der Gegenspieler für die richtige Entscheidung zu nutzen.
 
4. Sie haben einen Flush Draw.
Beispiel: Sie haben Ah5h und auf dem Flop liegen 9d 7h 4h.

Falls niemand gesetzt hat:

Bet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihren Flush mit noch zwei weiteren Karten machen, beträgt 37 %. Außerdem können Sie noch eine Overcard hitten, mit der Sie dann letztlich den Gewinn erzielen können. Dabei sollte man jedoch berücksichtigen, dass man möglichst viel Geld in den Pot bekommt, wenn drei Spieler beim Flop mitgehen. Ihre Chance liegt bei 3:1 beim Pot und die Chance, einen Flush zu machen ist mit 2:1 höher. Wenn, so wie in diesem Beispiel, ein Paar auf dem Tisch liegt, sollten Sie damit rechnen, dass ein Gegenspieler ein Full House haben könnte. Sie spielen deshalb ein wenig passiver. Beim Turn müssen Sie allerdings auf die Bremse treten, denn nun liegt Ihre Chance nur noch bei 21 %.

Falls jemand gesetzt hat:

Sie können aus den oben angegebenen Gründen erhöhen. Befinden sich noch Spieler nach Ihnen, die Sie nicht ausschließen wollen, ist ein Call vielleicht die bessere Wahl. Das hängt ganz von Ihrer Position ab.
Falls Sie auf dem Flop ein Paar gemacht haben, ist ein Raise auf jeden Fall die richtige Entscheidung, so dass Sie vielleicht den Flush für den Pot nicht machen müssen.

5. Sie haben einen Straight Draw.
Beispiel: Sie haben einen Bauern und 10; auf dem Flop liegen Dame- 9-3.

Falls niemand gesetzt hat:

Bet.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihre Straße mit zwei weiteren Karten machen, liegt bei 32 %. Auch hier gilt: Gehen drei Spieler mit, dann schauen Sie, dass möglichst viel Geld in den Pot kommt. Liegen zwei Karten der gleichen Farbe auf dem Flop oder sogar ein Paar, dann sollten Sie vorsichtiger, passiver agieren. Beim Turn beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch 18 %, die Straße zu machen. Außerdem ist der Pot groß genug, so dass es sich lohnt, auch noch die letzte Karte zu sehen.

Falls jemand gesetzt hat:

In der Regel werden Sie hier nur callen, es sei denn, Sie sind als Letzter an der Reihe, denn dann können Sie zum Erhalt der Free Card auf dem Turn wieder erhöhen. Auch wenn Sie ein Paar neben Ihrem Straight Draw haben, können Sie einen Raise und einen Re-Raise machen, da Sie unter Umständen die beste Hand haben. Doch sollte das nicht der Fall sein, sind 13 Karten verdeckt, die Ihnen zu einer gewinnbringenden Hand verhelfen können. Sie befinden sich in einer guten Lage.

Haben Sie einen Monsterdraw wie ein Straight Flush Draw, müssen Sie einfach nur einen Raise und Re-Raise nach dem anderen machen. Dabei ist es unerheblich, ob Sie schon ein Paar haben oder nicht.
Es kommt häufig genug vor, dass Sie Jh Th haben, und auf dem Flop liegen 9s 8h 3h. Nehmen wir an, Ihr Gegenspieler hat A9, dann sind es für Sie sogar 21 Karten, die Ihnen zu einer Gewinner-Hand verhelfen könnten (Herz 9, drei Damen und drei Bauern, drei Zehnen und drei Siebenen). Sie sind auf dem Flop zu 67 % der Favorit, und beim Turn haben Sie dann immer noch eine Gewinn-Wahrscheinlichkeit von 48 %.
Ohne Overcards wie 7h 6h auf dem gleichen Flop sind Sie jetzt zu 54 % der Favorit auf dem Flop und verfügen nun eigentlich über die beste Hand. Also: Geld muss in den Pot. Es ist immer wichtig, die Wahrscheinlichkeiten zu kennen. Sie helfen bei der Entscheidungsfindung enorm. Auf den nächsten Seiten werden wir uns intensiver damit auseinandersetzen.

Was Sie auf jeden Fall nicht spielen sollten, ist ein „Sucker Straight“. Sie haben beispielsweise 8-7, und auf dem Flop liegen 10-9-3. Wenn der Bauer fällt, haben Sie eine Straße, aber es gibt immer einen, der KQ oder Q8 spielt. Das kostet Geld. Sie wollen die höchste Straße machen, so dass die Gegenspieler Sie bezahlen und nicht umgekehrt. In dieser Situation wollen Sie eigentlich nur eine 6 sehen, die Ihnen zwar die höchste Straße einbringt, aber eigentlich chasen (jagen) Sie nur einem Inside Straight hinterher.
Ist der Pot größer als 10, so können Sie bei einem Inside Straight Draw mit niedrigen Bets versuchen, den Turn für einen Bet zu sehen. Machen Sie sich dies jedoch nicht zur Gewohnheit. Eine solche Karte gibt es nur einmal bei 11 Versuchen. Sie werden hier wohl einiges investieren.

6. Sie haben einen Set oder zwei Paare.
Beispiel: Sie haben K9, und auf dem Flop liegen K-9-3.

Sie haben eine Monsterhand. Machen Sie ein Bet, ein Raise und Re-Raise – kurzum: Reizen Sie Ihre Karte aus. Falls jemand in der Late Position für den Flop einen Raise gemacht hat, ist dies der Moment für ein Check-Raise, da er beinahe immer auf den Flop setzen wird.
Spieler mit einem Top Pair oder einem Draw werden mit ihrer Hand ohnehin nicht passen, also können Sie es ihnen ruhig so teuer wie möglich machen.
In den ganz seltenen Fällen, in denen jemand eine bessere Hand hat als Sie, haben Sie ganz einfach Pech. Beachten Sie aber die Möglichkeiten für eine Straße oder einen Flush. Wenn ihr Gegenspieler beim Turn immer noch weiter erhöht, sollten Sie vorsichtiger werden.

7. Sie haben eine Straße, Flush oder Full House.

Hier würden Sie meistens am liebsten ein Slow Play machen, um dann erst beim Turn das Geld in den Pot zu bekommen. Das ist bei den niedrigen Limits jedoch unnötig. Eine Straße oder einen Flush sollten Sie nicht Slow spielen, denn Sie wollen doch nicht eine Free Card verschenken, die dann vielleicht Ihrem Gegner mehr nützt als Ihnen selbst. Wenn Sie beispielsweise König und Dame haben, auf dem Flop liegen As, Bauer und 10, werden Sie genug Aktionen von Spielern mit einem As oder einem Paar erwarten können - und Slow Play ist absolut nicht notwendig.
Haben Sie nicht den höchstmöglichen Flush, sollten Sie ein Bet machen, denn es gibt sicherlich immer irgendjemanden mit einer höheren Flush-Karte in der Hand, der Sie dafür bezahlen lassen möchte.
Haben Sie einen Nut Flush, so können Sie häufig setzen, da ihre Gegenspieler dann oft auf einen Draw setzen werden - die gewinnbringendste Form der Irreführung.
Falls Sie selbst ein Full House oder vielleicht sogar ein Four of a Kind floppen, können Sie häufig eine Runde warten in der Hoffnung, dass Ihre Gegenspieler in der nächsten Runde etwas Schönes bekommen, so dass sie ihren Einsatz machen werden - nicht wissend, dass Sie keine Aussicht auf den Gewinn haben.

Die Erfahrung wird Sie lehren, wie Sie das meiste Geld in den Pot kriegen können. Das hängt auch immer von den Karten auf dem Tisch und von den möglichen Karten des Gegenspielers ab. Manchmal ist es besser zu check-raisen, manchmal zu check-callen, um den Turn zu check-raisen… Übung macht hier den Meister.
 
8. Durcheinander. Sie haben nichts.

Folden.
Werfen Sie kein Geld weg in der Hoffnung, dass die magische Karte aufgedeckt wird, die alles verändert. Nehmen wir an, Sie haben zwei Damen, auf dem Flop sind vier Spieler mitgegangen und beim Flop werden As, König und 3 aufgedeckt. Falls jemand nun setzt, gehen Sie weg. Es ist so gut wie sicher, dass jemand ein As oder einen König hat, und die Wahrscheinlichkeit, dass die dritte Dame fällt, beträgt nur 4 %.
Oder wenn Sie A7s spielen, und es kommt nur eine einzige Karte Ihrer Farbe, machen Sie keinen Call in der Hoffnung auf einen Runner-Runner-Flush. Auch hier liegt die Wahrscheinlichkeit nur bei 4 %. Das kostet einfach viel zu viel Geld.
Ungünstige Flops müssen Sie einfach vorbeiziehen lassen. Ungünstig ist es zum Beispiel, wenn Sie einen Bauern und eine Dame haben und beim Flop werden K 4 und 3 aufgedeckt. Ungünstig ist auch, wenn Sie As und 10 haben und auf den Flop kommen Dame und zwei Sechsen. Sie haben den Flop verfehlt, schade. Wenn jeder checkt, ist der Turn eine Free Card, aber dann können Sie dennoch immer noch der Verlierer sein. Am besten ist es, zuerst zu checken und erst zu folden, sobald jemand ein Bet macht.
Wie Matt Damon bereits in Rounders sagte: "Get your money in when you have the best of it, protect it when you don't."


Schlussbemerkung:

Sie geben nur dann Geld in den Pot, wenn: 

  • Ihre Hand sich zum Flush Draw oder open ended Straight Draw oder besser verbessert hat
  • Sie einen guten Draw mit Middle Pairs oder zwei Overcards haben und wenn Ihre Gegenspieler passiv sind
  • Sie Informationen über die Stärke der gegnerischen Hand erhalten wollen
  • Sie ein Top Pair oder besser haben.

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