Binion's
Der Pokerraum des Binions gilt unter Pokerspielern als ausgesprochenes Heiligtum. Die Geschichte kennt jeder: Benny Binion, der als eine Art Chef der Unterwelt von Dallas angesehen wurde, musste in den 40er Jahren seinen Heimatstaat Texas in Windeseile verlassen, weil ihm die Erde sprichwörtlich unter den Füßen brannte. Er tat dies mit den Worten: "My sheriff lost the election."1951 eröffnete das Horseshoe seine Tore und richtete von Anfang an ausschließlich Glücksspiele aus. Es war lange Zeit die einzige Adresse, bei der Einsätze in jeglicher Höhe akzeptiert wurden, was es zum ultimativen Casino für High Stakes Gambling werden ließ. Als Werbung stellte Binion am Eingang eine Million Dollar in Scheinen hinter Glas aus und organisierte das berühmt-berüchtigte fünfmonatige Meisterschaftsspiel zwischen Johnny Moss und Nick the Greek. Die Popularität des Horseshoe stieg enorm.
1970 wollte Binion den Marathon aufs Neue ins Leben rufen und ließ die besten sechs Spieler verschiedene Pokervarianten unter dem Namen “World Series of Poker” gegeneinander spielen, um den besten Spieler zu ermitteln. Am Ende wurde Johnny Moss einstimmig zum besten Spieler erwählt.Im folgenden Jahr wurde nicht mehr gewählt, sondern eine “Winner-take-all”-Formel angewendet. Damit war der Wettkampfpoker, wie wir ihn heute kennen, geboren.
Das Horseshoe blieb in den folgenden Jahren seinem Ruf als Ort für High Stakes Gambling treu und wurde schließlich nach Ankauf des Mint, des legendären benachbarten Casinos, im Jahr 1988 zum Hotel. Große Umbauarbeiten waren nicht nötig - die Zwischenmauer wurde entfernt, und fertig war Benny.
1989, das Todesjahr von Binion, war das Horseshoe das gewinnbringendste Casino von Las Vegas. Die Erklärung Bennys ist einfach: "We got a little joint and a big bankroll, and all them others got a big joint and a little bankroll."
In der Zeit nach Bennys Tod ging es mit dem Horseshoe bergab. Jahre des Missmanagements und Familienstreitigkeiten taten dem Casino nicht gut. Ted Binion wurde 1998 ermordet (ausführlich beschrieben im Buch Positively Fifth Street), und Tochter Becky Behnen brachte das Casino an den Rand des Abgrunds. Das berühmte Display mit den Millionen Dollar musste verschwinden und schließlich, im Januar 2004, war der Bankrott da. Glücklicherweise sah Harrahs in ihm noch eine Chance, und so war der Fortbestand der World Series of Poker garantiert. Nur das No-Limit Gambling musste verschwinden. Der Name des Casinos wurde in Binion's geändert. Jack Binion hatte den Namen Horseshoe geschützt und auch für sein Casino in Tunica verwendet.
Nach der Übernahme mussten die Weltmeisterschaft organisiert werden, doch in der Kürze der Zeit erlebten die 2576 Spieler bei den WSOP 2004 schließlich die chaotischsten Spiele überhaupt. Glücklicherweise ist die WSOP von 2005 ins schöne Convention Center von de Rio umzogen, und nur die letzten 27 Spieler des Championship Event beendigen den Wettkampf, wie es Tradition ist, im Binion's.
Poker
Seit der Übernahme durch Harrah's ist von der High Stakes-Vergangenheit des Horseshoe kaum noch etwas zu spüren. Der Pokerraum ist zwar mit 18 Cash-Tischen und 20 Meisterschaftstischen groß, wird aber die frühere ruhmreiche Zeit nicht nochmals erleben. Man spielt $ 2/4 und $ 4/8 Limit Hold'em und ganz selten $ 10/20. Das populärste Spiel ist No-Limit Hold'em, mit $ 1/2 und $ 2/5 Blinds.Der Floorman behauptet zwar, dass im Prinzip jedes Spiel angeboten wird, wenn es denn genug Spieler gibt, die es spielen wollen - aber das sagt man überall. Die ruhmreichen Tage des Horseshoe als Pokerraum gehören bis auf die beiden Tage im August definitiv der Vergangenheit an.
Im Binion`s finden täglich drei Wettkämpfe statt: Um 2 Uhr, um 14 Uhr und um 20 Uhr werden etwa $ 60 Wettkampspiele ausgetragen, mit einem “Bonus Buy” von $ 10 und einem optionalen Re-Buy von $ 40. Am Wochenende sind es $ 125-Spiele mit einem Bonus Buy von $ 25 und einem optionalen Re-Buy von $ 50. Es lohnt sich, hier ein Spiel mitzuspielen. Und es lohnt sich auch, einfach mal die Gallery of Champions anzuschauen und davon zu träumen, dass man auch einmal dort oben steht.
